Liste aller bisher fertiggestellten Brunnen

Zusage zum Bau eines Brunnens
Wasser ist Leben, doch für viele Menschen auf den Dörfern im Senegal ist es sehr schwierig, an das zum Leben notwendige saubere Trinkwasser zu gelangen.
Oft sind Frauen und Kinder stundenlang in sengender Sonne unterwegs, um Trinkwasser für ihre Familie zu besorgen. In anderen Dörfern müssen die Familien einen Großteil ihres Einkommens für den Kauf von Trinkwasser ausgeben.
Zunächst wenden sich die Dorfchefs mit ihrem Brunnenwunsch an unsere Mitarbeiter im Senegal. Zwei Pfarrer und ein Techniker leiten vor Ort die Projekte. Mehrfach im Jahr reist eine Gruppe des Vereins in den Senegal und bespricht mit den Dorfbewohnern die Situation. Die Entfernung zur nächsten Wasserstelle sowie deren Qualität und Ergiebigkeit sind die Kriterien für die Zusage zum Bau eines Brunnens.

mehrere kleine Arbeitsschritte
Nach Rückkehr der Gruppe nach Deutschland wird dann entschieden, in welchen Dörfern ein Brunnen gebaut werden soll. In den betroffenen Dörfern sucht dann ein senegalesischer Mönch, Bruder Matthieu mit der Wünschelrute und dem Pendel nach einer Wasserführenden Schicht, die durch einen Brunnen angezapft werden kann.
Wenn ein Standort für den Brunnen gefunden und die voraussichtliche Tiefe ermittelt worden ist, muss das Dorf die Eigenbeteiligung von ca. 750.- DM aufbringen und sich verpflichten, beim Brunnenbau mitzuhelfen und für die Verpflegung der Brunnenbauer zu sorgen.

Brunnenbauer

Einweihung
Wenn die Dorfgemeinschaft den Bedingungen zustimmt, wird mit dem Bau des Brunnen begonnen.
Die Brunnen werden auf einfachste Weise, mit großem handwerklichem Geschick gebaut. Ein Brunnenschacht mit zwei Meter Durchmesser wird von Hand in die Tiefe gegraben. Jeder Meter der in die Tiefe gegraben ist, wird mit Baustahleisen ausgearbeitet und dann mit einer 3-4 cm dicken Mörtelschicht verputzt. Die Baustahleisen sind so gebogen und miteinander verdrahtet, dass der gesamte Brunnenschacht eine zusammenhängende Röhre ergibt. So arbeiten sich die Brunnenbautrupps, die meistens aus zwei bis drei Arbeitern bestehen, bis zu einer Tiefe von über 45 m vor.
Das Ausgraben des Brunnenschachtes erfolgt ausschließlich in Handarbeit mit Schaufel und Pickel, Meißel und Hammer. Falls wir auf einer Baustelle auf schweren Fels stoßen, wird ein dieselbetriebener Kompressor mit Presslufthammer eingesetzt. Mittlerweile haben wir zwei solcher Kompressoren im Senegal im Einsatz. Sobald die Brunnenbauer in die wasserführende Schicht vordringen, müssen die Ringe für den Brunnenschacht außerhalb des Brunnenloches betoniert werden.
Die Ringe werden in einer runden Sandgrube betoniert und dann mit dem Flaschenzug in den Brunnen hinuntergelassen. Der Brunnen wird je nach Gegebenheit 3-6 Meter in die Wasserführende Schicht vorgetrieben. Damit die Brunnenbauer in der Wasserführenden Schicht arbeiten können, wird das zulaufende Wasser mit einer Pumpe aus dem Brunnenschacht gepumpt.
Nachdem der Brunnen fertiggestellt ist ,wird dieser von der nächsten Reisegruppe, die in den Senegal fährt offiziell eingeweiht. Die Einweihung eines solchen Dorfbrunnens ist ein unbeschreibliches und unvergessliches Erlebnis.