Reisebericht von Heike Messenzehl


Heike Messenzehl, das Ehepaar Christian und Heike Röck jun. sowie Lydia Röck sen. waren im April 2009 für zwei Wochen im Senegal.

Verein baut das erste Collège

In Lalane konnte die Übergabe von 4 Gebäuden mit je 2 Klassenzimmern für ein Collège im Rahmen einer großen Feierlichkeit begangen werden. Die Gründung dieses Collèges wurde durch die Anwesenheit von Abgeordneten der Region, aller Dorfchefs und Lehrer der 5 beteiligten Grundschulen, des Vorsitzenden des Schulamts, Eltern und Schüler unterstrichen. Die Ansprachen, teils in Französisch, teils in Wolof wurden am nächsten Tag durch die lokalen Radiosender mehrmals gesendet. Vor allem unser Projektleiter, Rahim Sall, hat in seiner lebendigen Rede die Beutung einer weiterführenden Schule, den Bauverlauf und die Finanzierung aufgezeigt. Die Schüler zeigten Tänze und machten in einem originellem Sketch deutlich, wie wichtig diese neue Schule ist. Auch Abbé Raphael zeigte die Schulgeschichte seines Dorfes auf und betonte, dass die Bewohner von Lalane sich schon immer mit ganzer Kraft für den Bau einer Schule eingesetzt hätten. Denn bisher mussten die Kinder der 5 Grundschulen unter schwierigen Bedingungen in Thies zur Schule gehen. Das bedeutete, eine Unterkunft zu suchen und zu mieten. Später wurde dann von den Eltern ein Raum gebaut und die Mütter kochten reihum eine Woche die Mahlzeiten, oder es mussten die Kosten für den Bus privat bezahlt werden. Diese ganzen Erschwernisse führten dazu, dass viele Kinder die Schule abbrachen, weil es sie und ihre Eltern finanziell, physisch und psychisch zu stark belastete.

Einweihungsfeier in Lalane

Schüler in den neuen Klassenzimmern

Nachdem das Staatliche Schulamt zwar die Genehmigung zur Gründung der Schule, aber keine finanzielle Mittel zum Bau, gegeben hatte, gründeten die Eltern mit dem örtlichen Pfarrer eine Kommission und suchten nach Geldgebern. Gleichzeitig begann man in provisorischen Räumen mit dem Unterricht.

Elternbeirat und Lehrer mit Projektleiterin Heike Messenzehl


Weitere 4 Klassenzimmern wurden von einer spanische Organisation gebaut, so dass seit dem Schuljahr 2008/2009 schon 3 (von insgesamt 4) Jahrgangsstufen der Schulbesuch ermöglicht werden konnte. Nach Schulabschluss können sie einen besser bezahlten Beruf erlangen oder weitere 3 Jahre bis zum Abitur zur Schule gehen.

Insgesamt hat die Schule 366 Schüler, davon 198 Mädchen, 10 Lehrer und den Direktor.

Die 25% Beteiligung an den Kosten für die 8 Klassenzimmern mit Schulmöbeln und Toiletten trägt der Verein mit 12.650 Euro.

Es ist ein Beispiel für Eigeninitiative der Bevölkerung, die erkannt haben, dass eine gute Bildung die Chancen für eine bessere Zukunft erhöht. Dies zeigen auch die Bilder.


Grundschule in Ngollar

In Ngollar, 25 km südlich von Thies, konnten wir ein Gebäude einer katholischen Grundschule mit 3 Klassenzimmern einweihen. Bei dieser Schule wurde die 25% - Beteiligung durch den „Buchenberger Förderkreis“ mit dem Vorsitzenden Gottfried Kölbl aufgebracht. Natürlich waren er und ein befreundetes Ehepaar bei der Feierlichkeit dabei.

Das katholische Schulamt, die Lehrer, Schüler und der Elternbeirat hatten eine fröhliche Feier mit Reden der Verantwortlichen, sowie eine Theateraufführung und Tänze der Schüler vorbereitet.

Die Schule hat nun insgesamt 6 Klassenzimmer. Zuvor mussten viele Kinder wegen Platzmangel abgewiesen werden.

Vor 3 Jahren waren es 85 Kinder. In diesem Schuljahr sind es bereits 145, davon 78 Mädchen.

Schulen im Bau

Unser Freund und Partner, Abbé Raphael, sah in seiner jetzigen Gemeinde Khombole einen weiteren Bedarf für eine katholische Grundschule. Nachdem der Kindergarten in seiner Mission bestens angenommen wurde, war auch die Nachfrage einer Grundschule gegeben. Unserem Antrag ans BMZ wurde stattgegeben. Die 25%-ige Beteiligung ist von der Grundschule Burgau und Raphaels italienischen Freunden in Tivoli di Bagni gesichert.

So konnten wir den Vertrag mit dem Direktor von DIDEC, der katholischen Schulverwaltung, dem BMZ und unserem Verein unterschreiben. Damit war der Grundstein zum Bau einer Grundschule mit 6 Klassen gelegt, die zum Schuljahrsbeginn 2009/2010 eröffnet wird.

 
Vertrag für die Schule in Khombole: Abbe Raphael, Heike Messenzehl, Directeur PascaleMbaye ,Rahim Sall  

Auch in Ndoffongor, 145 km südöstlich von Dakar, wurde der Vertrag für ein Collège mit 4 Klassenzimmern von allen Beteiligten unterschrieben. Eltern, Lehrer und alle Befürworter machten aus dieser Unterschrift gleich ein kleines Fest mit Tam-tam, Tänzen und Reden – als Dank für unsere Zusage.

Das Problem der weiterführenden Schulen ist die Entfernung. Dies bedeutet, man braucht Geld für die Unterbringung in einem Wohnheim. Dafür haben viele Eltern kein zusätzliches Geld. Die Anstrengungen der Eltern und der Schüler ist enorm, um eine bessere Schulbildung zu erlangen. In den vergangenen Jahren haben so die Eltern drei Klassenzimmer im Rohbau erstellt, konnten sie jedoch aus Geldmangel bisher nicht fertigstellen.

Mit dem Bau von drei Klassenräumen von World Vision und unseren vier Räumen, kann auch hier das neue Schuljahr begonnen werden.

Brunneneinweihungen

Wir konnten während unserer Reise an zwei Brunneneinweihungen teilnehmen.
In Lerel konnte der Dorfbrunnen (21m tief), gespendet von Fritz Grabel, in einer beeindruckenden Feier übergeben werden. Wie immer wurde der Brunnen, nach christlichem und islamischem Brauch, gesegnet. Neu war für mich, dass ein Bewohner Worte einer traditionellen Religion sprach. Aus Dankbarkeit wurden uns Geschenke wie Tongefäße, Strohhut und Erdnüsse überreicht.

Der zweite Brunnen in Khayague, gestiftet von Erika Brög, wurde von 11 m bis zu einer Gesamttiefe von 36 m gebohrt. Dabei traf man ab 2 m schon auf harten Fels.

Die Esel- und Pferdegespanne standen schon bereit, um das Wasser in die Fässer zu leiten. Das provisorische Zelt hielt dem Sandsturm kaum Stand und bei einer Temperatur über 40° war ich froh, in unserem neuen Auto bald nach Thies zurückzufahren


Wasserholen in Khayaghue

der Esel dient oftmals als Reitgelegenheit



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